Klar, dass man mit den richtigen Tattoos auf Halloweenparties immer ein leichtes Spiel hat, wenn man bereit ist, die gestochene Haut auch zu zeigen. So ähnlich ging es einer guten Freundin und langjährigen Kundin von mir zuletzt. Nennen wir sie Marie. Marie ist eigentlich eine richtig liebe junge Frau. Dazu hat sie ein paar wirklich fiese Tattoos, von denen ich die meisten gestochen habe. Eines davon ist ein riesiger Totenschädel auf ihrem oberen Rücken.
Marie hat mittel-lange blonde Haare und ist relativ klein – geradezu niedlich. Doch der äußere Schein soll nicht trügen. Sie kann es auch faustdick hinter den Ohren haben.
Und so kam es im vergangenen Oktober, dass sie an Halloween zu einer Party eingeladen war. Kurz vorher kam sie in meinen Laden, um einfach mal zu quatschen. Und nach einiger Zeit kamen wir natürlich auch auf ihre nähere Partyplanung zu sprechen. So recht hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Idee, als was sie sich verkleiden wollte. Ziemlich schnell war klar, dass sie auf jeden Fall ihre Tattoos in irgendeiner Form mit einbringen wollte. Außerdem wollte sie gern was mit ihren Haaren machen.

Ihre erste Idee war, dass sie als Zombie geht. Eigentlich eine coole Idee aber wie soll da ihre Tintenkunst auf der Haut zur Geltung kommen? Außerdem haben Zombies doch eigentlich stumpfes und strohiges Haar. Für meine zarte Marie ein No-Go. Auch meine Idee „Mumie“ hat sie schnell verworfen. Von oben bis unten eingepackt und auch ohne die Möglichkeit, ihre Haare zu zeigen.

Schlussendlich sind wir bei einer Hexe gelandet. Auf meinen Kommentar, dass sie sich dann ja gar nicht verkleiden müsse, gab es eine ordentliche Kopfnuss. Autsch! Aber kurze Zeit später waren wir uns einig. Sie wollte sich als Hexe verkleiden. Zu Hause hatte sie noch ein altes Kleid, das sie an den entsprechenden Stellen aufschneiden konnte, damit die Tattoos gut zur Geltung kommen können.

Einen alten Reisigbesen hatte ich noch im Keller. Den hat sie natürlich – auch als Entschuldigung für meinen Spruch – sofort als neues Fortbewegungsmittel bekommen. Als nächstes mussten wir uns noch Gedanken über ihre Haare machen. Da ihre Haare in Blond recht un-hexenhaft sind, war sofort klar: Sie müssen schwarz gefärbt werden. Gesagt, getan – 3 Tage später stand sie mit pechschwarzen Haaren bei mir auf der Matte. Doch sie waren immer noch zu kurz.

Also haben wir nach ordentlichen Clip-in Extensions gesucht. Nach kurzer Suche sind wir bei einem Shop namens Oxyextensions fündig geworden. Dort hatten sie ein großes Angebot und Marie hat sich sofort in pechschwarze Haar Extensions verguckt. Diese passten perfekt zu ihren gefärbten Haaren und waren auch sehr leicht anzubringen. Nun fiel ihr Haar bis weit über die Schulter. Sie meinte außerdem, dass sie sich sehr gut tragen ließen und auch eine gute Qualität hatten.
So vorbereitet kam sie dann noch mal zu mir und ich durfte vor der Party ihr gesamtes Outfit bewundern. Mit dem zerschnittenen Kleid, dem Besen und den langen Haaren sah sie nicht nur unverschämt gut aus sondern konnte als Hexe auch richtig was her machen.

Später habe ich dann noch Fotos von der Party gesehen und nicht nur sie sondern auch alle anderen Gäste hatten richtig Spaß an ihrem Outfit.